Musikalischer Werdegang

Judith Christ, geboren in Mainz, studierte am dortigen Peter-Cornelius-Konservatorium in der Klasse von Sead Buljubasic Gesang. Sie schloss ihre Ausbildung mit der Auszeichnung „Staatlich anerkannte Opern- und Konzertsängerin“ ab. Ein Aufbaustudium im Fach Oper führte sie zwischen 1996 und 2001 an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt/Main, wo sie ihr Diplom in der Klasse von Paula Page und Hedwig Faßbender machte. Meisterkurse belegte sie u. a. bei William Cochran, Elio Battaglia, Julia Hamari und Hans-Josef Kasper.

Erste Bühnenerfahrung sammelte die Mezzosopranistin an der Oper Frankfurt/Main. Dort debütierte sie als 3. adelige Waise in Strauss’ „Rosenkavalier“. Weitere Engagements führten sie zum Festival „Opera Classica“, ans Theater Koblenz, das Staatstheater Mainz sowie das Staatstheater Wiesbaden.
Dabei arbeitete die Sängerin mit Regisseuren wie Nicolas Brieger, Sandra Leupold, Christof Loy, David Mouchtar-Samorai, Arila Siegert und Christof Nel. Wichtige musikalische Impulse erhielt sie von Catherine Rückwardt, Paolo Carignani, Enrico Delemboye und Toshiyuki Kamioka.
Ihr Repertoire umfasst Partien wie Erda („Das Rheingold“, „Siegfried“), die Stimme aus der Höhe („Parsifal“), 1. Norn (Götterdämmerung), 3. Dame („Die Zauberflöte“), Mutter Gertrud sowie die Hexe („Hänsel und Gretel“), Frau Reich („Die lustigen Weiber von Windsor“), Mércédes („Carmen“), Ludmila („Die verkaufte Braut“), Mamma Lucia („Cavalleria rusticana“), Flora („La Traviata“).
 
Besondere Erfolge konnte sie als Tante Berta in Burkhards „Feuerwerk“ am Staatstheater Wiesbaden, als "Öffentliche Meinung" in J.Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ am Theater Koblenz sowie am Staatstheater Mainz als "Marcellina" in W.A.Mozarts „Le nozze di Figaro“ und als "3. Hofdame" in Henzes "Der Prinz von Homburg" feiern.
Im März 2014 verkörperte Judith Christ die Rolle der "Mrs. Sedley" in B.Brittens "Peter Grimes" an den Bühnen der Stadt Gera/Altenburg, wo sie auch in der Spielzeit 2014/15 als festes Ensemblemitglied in den Partien der "Annina" ("Der Rosenkavalier"), "Alte Buryja" ("Jenufa") und "Lady Beaconsfield" ("Jekyll & Hyde") zu hören ist.
Im Frühjahr 2015 gastiert die Sängerin erneut am Theater Koblenz in der Rolle der "Mrs.Sedley" in "Peter Grimes".
Außerdem gab sie im Juni 2015 am Volkstheater Rostock ihr Rollendebüt als "Ulrica" in "Un ballo in maschera" von G.Verdi.
Im Dezember 2016 kehrte sie erneut an das Stadttheater Koblenz zurück und sang die Partie der "Dritte Dame" in W.A.Mozarts "Die Zauberflöte".
Am Theater Dortmund konnte man Frau Christ im Frühjahr 2016 in der Partie der "Auntie" in "Peter Grimes" von B. Britten erleben. Ab Dezember 2017 wird sie dort die Partie der "Filipjewna" in "Eugen Onegin" von P.I.Tschaikowsky singen.
Zum ersten Mal wird die Sängerin am Theater Nordhausen in der Spielzeit 2017/18 gastieren. Frau Christ wird dort die Rolle der "Madame Croissy" in "Dialogues de Carmelites" von F.Poulenc verkörpern.
 
Im August 2013 erreichte Frau Christ im internationalen Gesangswettbewerb, ausgerichtet von www.artopera.de, in der Oper Frankfurt am Main den 2. Preis, bei Nichtvergabe eines 1. Preises. Dieser Wettbewerb wurde zum ersten Mal ausgetragen und war speziell für professionelle Sänger/innen ohne Altersbegrenzung bestimmt.
 
Ks. Brigitte Fassbaender bescheinigt Judith Christ eine „technisch gut geführte Stimme, die man als imponierendes Material bezeichnen kann“. Weiterhin lobte sie deren „Musikalität, Temperament, Spielfreude und überaus sympathische Ausstrahlung“. Die Presse lobt ihre „große Stimme, die von leuchtkräftiger Wärme erfüllt“ ist (Nikolas Furch, Allgemeine Zeitung Kirn). Alfons Molitor schrieb in der Mainzer Allgemeinen Zeitung über die Sängerin, dass sie „durch deutliche Aussprache und wohltuende Klangfarbe bei ansprechendem Volumen überzeugen“ konnte. „Imponierend“ nannte Richard Hörnicke im Wiesbadener Tagblatt den Auftritt der Mezzosopranistin. Joe Ludwig bezeichnete sie in der Mainzer Allgemeinen Zeitung als „beeindruckende Solistin“ und betonte, dass sie „mit bewundernswert interpretierten Weisen aus dem Oratorium ‚Elias’ und der Gebetsarie aus Rossinis ‚Moses in Ägypten’ ihrem Ruf gerecht“ wurde. Und Anja Baumgart-Pietsch attestierte der Sängerin im Wiesbadener Tagblatt eine „gesanglich tadellose“ Leistung. Gerd Hoffmann schrieb in  Der neue Merker: "Als einzige Altistin ließ Judith Christ aufhorchen, intonierte in bester Manier, bot eine herrliche Erda, frei strömte die wunderbare Stimme im tiefen Register und verblüffte mit dramatischen Höhenflügen bei Sanzuzzas Klage um sodann, unglaublich schlicht im Ton, herzbewegend Didos Lamento folgen zu lassen."
Ebenfalls im Neuen Merker schrieb Christoph Suhre jüngst zur Aufführung Jenufa am Theater Gera: "Nicht zu übersehen und zu überhören war auch die Alte Buryja von Judith Christ. Diese Sängerin besitzt eine großartige Bühnenpräsenz und wenn sie singt, wähnt man, die Mahnungen und Kommentare einer Erda zu vernehmen."
Nach der Premiere "Peter Grimes" am Opernhaus Dortmund im Frühjahr 2016 bescheinigte Christoph Zimmermann in "der-neue-merker" der Sängerin: "Judith Christ gibt mit sattem Alt die puffmütterliche Auntie."